EU AI Act

EU AI Act für KMU:
Was jetzt gilt — und was zu tun ist.

Praxisnah erklärt: Risikoklassen, Zeitplan und drei konkrete Schritte für KMU im EU-Regulierungsraum — ohne Juristendeutsch, ohne Monster-Projekt.

EU AI Act-Check anfragen → KI-Readiness prüfen
„Nicht fehlende Technologie ist das Problem — sondern fehlende Klarheit darüber, wer KI einsetzt, wer es verantwortet und warum."
ForgeSteer — Unsere Haltung zum EU AI Act

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Pflichten empfehlen wir spezialisierte Anwälte für IT- und Technologierecht.

Zeitplan

Was wann gilt

Der EU AI Act wird stufenweise verbindlich — hier die wichtigsten Meilensteine für KMU.

August 2024
In Kraft
AUG
2024
EU AI Act tritt in Kraft

Die Verordnung wurde offiziell verabschiedet. Unternehmen haben ab jetzt Zeit, sich vorzubereiten. Erste Definitionen und Geltungsbereiche werden verbindlich.

August 2025
Jetzt wirksam
AUG
2025
Verbote + Transparenzpflichten verbindlich

Verbote für KI-Praktiken wie Social Scoring sind durchsetzbar. Transparenzpflichten für Chatbots gelten. Alle Unternehmen müssen KI-Kompetenz sicherstellen.

August 2026
Vorbereitung jetzt
AUG
2026
Hochrisiko-KI Pflichten (Anhang I)

Strenge Anforderungen für KI in Recruiting, Kreditbewertung und sicherheitskritischen Bereichen werden durchgesetzt. Dokumentations- und Governance-Pflichten für Betreiber greifen vollständig.

August 2027
Vollständige Geltung
AUG
2027
Vollständige Geltung für alle Hochrisiko-KI

Alle verbleibenden Hochrisiko-KI-Systeme unterliegen dem vollständigen Anforderungsrahmen. Ab diesem Zeitpunkt ist die Übergangsfrist vollständig abgelaufen.

Risikoklassen

Die vier Kategorien — und was sie für KMU bedeuten

Der EU AI Act klassifiziert KI-Systeme nach Risikopotenzial. Je höher das Risiko, desto strenger die Anforderungen.

Unakzeptables Risiko
Verbotene KI-Praktiken

Diese KI-Systeme sind vollständig verboten und dürfen in der EU nicht eingesetzt werden.

  • Social Scoring durch Behörden
  • Manipulative KI, die Verhalten ausnutzt
  • Biometrische Echtzeit-Massenüberwachung
Verboten ab Aug. 2025
Hohes Risiko
Strenge Pflichten

Dokumentation, Transparenz, menschliche Aufsicht und Bewertung der Governance-Anforderungen sind verpflichtend.

  • KI in Recruiting & Personalentscheidungen
  • KI in Kreditbewertung & Versicherung
  • KI in kritischer Infrastruktur
Viele KMU betroffen
Begrenztes Risiko
Transparenzpflichten

Nutzer müssen informiert werden, wenn sie mit KI interagieren oder KI-generierte Inhalte sehen.

  • KI-Chatbots & virtuelle Assistenten
  • KI-generierte Texte, Bilder, Videos
  • Emotion Recognition Systeme
Ab Aug. 2025 wirksam
Minimales Risiko
Keine spezifischen Pflichten

Die meisten KI-Anwendungen fallen in diese Kategorie. Allgemeine Sorgfaltspflichten bleiben bestehen.

  • KI-Spamfilter & einfache Klassifikatoren
  • Produktempfehlungs-Algorithmen
  • KI-gestützte Suchhilfen
Freiwillige Verhaltenskodizes
So gehen Sie vor

Drei Schritte zur EU AI Act Readiness

Kein Monster-Projekt. Kein Anwaltsteam. Drei umsetzbare Schritte, die den größten Unterschied machen.

01
KI-Inventar erstellen

Welche KI-Systeme werden wo, von wem und wofür eingesetzt — offiziell und inoffiziell? Diese Bestandsaufnahme ist die Basis für alles Weitere. Überraschungen sind garantiert.

⏱ ca. 2–5 Tage
02
Risikoklassen & Zuständigkeiten

Jedes KI-System wird den vier Risikoklassen zugeordnet. Für jedes System ab begrenztem Risiko: Wer ist intern verantwortlich? Welche Dokumentation ist nötig? Wie werden Nutzer informiert?

⏱ ca. 1–2 Wochen
03
Governance-Grundstruktur

Eine interne KI-Policy, klare Zuständigkeiten und ein kurzes Onboarding für alle KI-Nutzer. Minimale Struktur, die tatsächlich gelebt wird.

⏱ ca. 2–4 Wochen

Weiterführende Ressourcen

EU AI Act Checkliste 19 konkrete Schritte zur Readiness — mit Zeitangaben und Zuständigkeiten Zur Checkliste → White Paper herunterladen Der vollständige EU AI Act Guide als PDF — kostenlos für KMU PDF herunterladen → Detaillierter Artikel EU AI Act 2026 für KMU — alles Wichtige kompakt erklärt Zum Artikel →
FAQ

Häufige Fragen

Gilt der EU AI Act auch für kleine Unternehmen?
Ja. Der EU AI Act gilt für alle Unternehmen, die KI-Systeme in der EU einsetzen — unabhängig von ihrer Größe. KMU unter 250 Mitarbeitenden profitieren allerdings von reduzierten Anforderungen bei bestimmten Hochrisiko-KI-Systemen.
Ab wann sind KMU konkret betroffen?
Verbote und Transparenzpflichten gelten seit August 2025. Die strengeren Hochrisiko-Pflichten greifen ab August 2026. Transparenzpflichten für Chatbots (Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI sprechen) sind bereits wirksam.
Bin ich Betreiber — auch wenn ich nur externe Tools nutze?
Ja. Als Betreiber gilt jeder, der ein KI-System für eigene berufliche Zwecke einsetzt — auch wenn er keine KI selbst entwickelt. Wer ein KI-Recruiting-Tool, einen KI-Chatbot oder ein Prognose-System nutzt, ist Betreiber.
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Bei Verstößen gegen Verbote: bis zu 35 Mio. € oder 7% des weltweiten Jahresumsatzes. Bei anderen Verstößen: bis zu 15 Mio. € oder 3%. Für KMU gilt das Verhältnismäßigkeitsprinzip — die tatsächliche Anwendung hängt von der Unternehmensgröße und dem Sachverhalt ab.
Was bedeutet 'EU AI Act Readiness'?
Ihr Unternehmen hat eine Übersicht aller genutzten KI-Systeme, kennt deren Risikoklassen, hat Zuständigkeiten geregelt und einfache Governance-Strukturen etabliert. Der erste Schritt — das KI-Inventar — ist oft in 2–5 Tagen umsetzbar.
Brauchen wir dafür einen Anwalt?
Für die operative Umsetzung — KI-Inventar, Governance-Strukturen, interne Policies — nicht zwingend. Für verbindliche Rechtspflichten und Haftungsfragen empfehlen wir IT-Anwälte. Wir begleiten den strategischen und organisatorischen Teil — keine Rechtsberatung.
Müssen wir den Einsatz von ChatGPT und anderen KI-Tools intern regeln?
Ja — und das ist einer der häufigsten blinden Flecken in KMU. Wer ChatGPT, Microsoft Copilot oder andere KI-Tools für berufliche Zwecke nutzt, gilt als Betreiber im Sinne des EU AI Acts — unabhängig davon, ob die KI selbst entwickelt wurde oder nicht. Das bedeutet: Transparenzpflichten gegenüber Nutzern, Datenschutzpflichten (DSGVO), und bei bestimmten Tools Dokumentationspflichten. Eine interne KI-Policy, die regelt was erlaubt ist, wer zuständig ist und wie Mitarbeitende informiert werden, ist sowohl rechtlich als auch kulturell notwendig. Praxiserfahrung zeigt: Eine tragfähige Grundstruktur lässt sich in 2–4 Wochen etablieren — ohne Vollzeitprojekt.
Wie lange dauert die EU AI Act Vorbereitung für ein KMU?
Weniger als die meisten erwarten — wenn man strukturiert vorgeht. Ein realistischer Zeitplan für KMU: KI-Inventar (alle genutzten KI-Systeme erfassen) in 2–5 Tagen; Risikoklassifizierung & Zuständigkeiten klären in 1–2 Wochen; Governance-Grundstruktur aufbauen (interne KI-Policy, Onboarding-Format, Dokumentation) in 2–4 Wochen. Summe: 6–10 Wochen für einen soliden Readiness-Stand — bei normaler Ressourcenlage ohne dediziertes Projektteam. Was die meisten aufhält: nicht die Komplexität der Anforderungen, sondern der fehlende erste strukturierte Schritt.
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